Die Haut mag es bitter

Die Geschmacksrichtung bitter gehört nicht gerade zu den beliebtesten. Das mag daran liegen, dass die Evolution den Menschen mit den Geschmacksrezeptoren für Bitterstoffe ausgestattet hat, um ihn zu schützen. Denn Bitterstoffe stecken in nahezu allen Pflanzen und je mehr sie davon haben, desto giftiger und ungeniessbarer sind sie oftmals.

Übrigens ist das Empfinden des bitteren Geschmacks in jungen Jahren wesentlich ausgeprägter als im Alter. Dadurch sind die Kinder in ihrer Experimentierphase besser geschützt.

Doch wie das alte deutsche Sprichwort "Bitter im Mund, Dem Herzen gesund" schon sagt, sind Bitterstoffe besser als ihr Ruf und können viel mehr als nur bitter zu schmecken.

Sie regen den Speichelfluss und die Verdauungssäfte an und wirken daher positiv auf die Verdauung. Aber auch der Entgiftungsprozess in der Leber wird angekurbelt. Gleichzeitig können Bitterstoffe den Appetit zügeln und so bei der Gewichtskontrolle helfen.

Doch haben Bitterstoffe nicht nur eine Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt, sie wirken auch stimulierend auf die Haut.

Die Bitterstoff-Rezeptoren der Haut

Seit geraumer Zeit weiss man, dass nicht nur die Zunge, sondern auch die Zellen und Organe über Bitterstoff-Rezeptoren verfügen. Erst 2015 wurden Bitterstoff-Rezeptoren in der Haut nachgewiesen. Somit können Bitterstoffe gezielt eingesetzt werden, um den Stoffwechsel der Haut zu aktivieren und den Regenerationsprozess der Haut zu fördern. Dies hat sich vor allem bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis bewährt.

Bitterstoffe eignen sich besonders, um die Keratinozyten anzuregen. Das sind die hornbildenden Zellen, die auch am Wundheilungsprozess beteiligt sind. Und letztlich sind auch sie es, die die Schutzbarriere bilden und die Haut vor dem Eindringen von Keimen und vor dem Austrocknen bewahren.

Daher ist Kosmetik mit Bitterstoffen bei trockenen Hautzuständen wie Neurodermitis und Schuppenflechte (Psoriasis) besonders empfehlenswert, da bei diesen Hautbildern die Hautbarriere gestört ist. 

Aufgrund der pflanzlichen Inhaltsstoffe enthält Naturkosmetik fast immer einen Anteil an Bitterstoffen. Die Ausprägung ist jedoch unterschiedlich, da der Gehalt an Bitterstoffen von Pflanze zu Pflanze variiert. Dieser kann entweder durch den Einsatz mehrerer pflanzlicher Inhaltsstoffe oder einzelner mit einem hohen Bitterstoffgehalt erhöht werden.

Bitterstoffe unterscheiden sich

Die Pflanzenheilkunde teilt die Bitterstoffe nach ihren Eigenschaften in verschiedene Gruppen. In den Produkten von ananné kommen Bitterstoffe aus diesen drei Gruppen zum Einsatz:

 

 

Amara tonica (auch amara pura genannt) vereint die Bitterstoffe, die eine besonders tonisierende, also eine kräftigende, Wirkung haben. Hierzu gehören vor allem die Enziangewächse, zu denen auch der Fieberklee gehört. Mit einem Bitterwert von 4.000 - 10.000 zählt er zu den Pflanzen mit einem hohen Bittergehalt. Im TONICUM hat der eingesetzte Fieberklee neben der tonisierenden auch eine pflegende und anti-oxidative Wirkung. 

 

 

Amara aromatica umfasst die aromatischen Pflanzen, die neben Bitterstoffen auch ätherische Öle enthalten. Hierzu zählt unter anderem die Bitterorange, die in REGENERATIO verwendet wird. Hier ergänzen die ätherischen Öle den tonisierenden Effekt der Bitterstoffe um eine harmonisierende Wirkung.

  

 

 

In der Gruppe der Amara acria finden sich zumeist die Gewürzpflanzen, da hier die Schärfe im Vordergrund steht. Dies ist beispielsweise bei Ingwer der Fall. Im EXFOLIANT unterstützt er den Peelingeffekt insofern, als er zusätzlich die Durchblutung anregt und verfeinernd auf das Hautbild wirkt.

 

 

Der Geschmack der Haut

Die Kombination von Bitterstoffen in der Nahrung und in Kosmetikprodukten verspricht eine gesunde und schöne Haut. Durch ihre pflanzlichen Inhaltsstoffe hat Naturkosmetik per se einen hohen Anteil an Bitterstoffen. Ergänzt um Wildkräuter, bittere Salate und Knollengemüse auf dem Speiseplan wird die Haut auch von innen heraus unterstützt.

In diesen Nahrungsmitteln sind viele Bitterstoffe enthalten

Zu den bitteren Gemüsesorten gehören Artischocken, Auberginen, Brokkoli, Chicorée, Endiviensalat, Fenchel, Rosenkohl, Sellerie, Spargel, Spinat, Radicchio, Radieschen, Rucola und Wirsing.

Auch in einigen Obstsorten sind Bitterstoffe vorhanden. Dazu gehören Bitterorange, Grapefruit, Kumquat, Pomelo und Zitrone.

Bittere Gewürze sind Anis, Ingwer, Kümmel, Koriander, Kurkuma und Zimt. 

Wer bitter trinken mag, muss nicht gleich auf den alkoholischen Magen- oder Kräuterbitter zurückgreifen. Salbei, Löwenzahn oder Enzian sowie viele weitere Kräuter sind reich an Bitterstoffen und können als Tee zubereitet werden.

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